BDR-PM - Ablehnung der Kürzungen der Technischen Leistungskomponenten - Erster Bericht der FKG veröffentlicht!
Erster Bericht der FKG veröffentlicht!
Der Berufsverband der Deutschen Radiologie e.V. (BDR) und die RadiologenGruppe 2020 (RG20) nehmen Stellung zum ersten Bericht der FinanzKommissionGesundheit (FKG), der am 30.03.2026 veröffentlicht wurde.
Der Bericht enthält Empfehlungen zur Stabilisierung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2027. Unter anderem wird in Punkt 6.3.18 eine Absenkung der Bewertung technischer Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) vorgeschlagen.
Klare Ablehnung geplanter Kürzungen
Die Radiologengruppe 2020 sowie der Berufsverband der Deutschen Radiologie lehnen diese geplante Kürzung der technischen Leistungskomponente im EBM entschieden ab.
Bereits heute werden in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung die im EBM vorgesehenen Vergütungen nicht vollständig ausgezahlt. In der Praxis erhalten Leistungserbringer lediglich etwa 75 bis 85 % der Honorare für die erbrachten Leistungen. Der verbleibende Anteil wird faktisch unvergütet erbracht – zulasten der Praxen.
Gefährdung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit
Eine zusätzliche Absenkung der technischen Bewertung würde die wirtschaftliche Belastungsgrenze insbesondere kleiner und mittlerer Praxen überschreiten. Die Folge wäre eine spürbare Verschlechterung der medizinischen Versorgung, insbesondere in der Fläche.
Schon jetzt zeigt sich die Problematik deutlich:
Die bereits 2021 erfolgte pauschale Abwertung radiologischer EBM-Ziffern hat dazu geführt, dass innovative Verfahren wie die Herz-CT wirtschaftlich kaum darstellbar sind. Investitionen in moderne, strahlungsarme CT-Technologie zur Darstellung der Koronararterien werden dadurch unattraktiv – mit direkten negativen Folgen für die Patientenversorgung.
Versorgungsrisiken durch Fehlanreize
Eine weitere Absenkung der technischen Vergütung würde dieses Problem auf das gesamte radiologische Leistungsspektrum ausweiten. Damit wäre die Radiologie in ihrer Rolle als strukturell essenzieller Bestandteil der Gesundheitsversorgung – wie sie auch im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) betont wird – erheblich geschwächt.
Die Konsequenzen sind absehbar:
längere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten
verzögerte Diagnosen und Therapien
letztlich steigende Gesamtkosten im Gesundheitssystem
Forderung an die Politik
Die Radiologengruppe 2020 und der Berufsverband der Deutschen Radiologie stehen für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige und technologisch moderne Patientenversorgung.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bedarf es jedoch verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Wir fordern daher von der Politik eine sachgerechte und realitätsnahe Vergütung technischer Leistungen im EBM – statt weiterer Kürzungen, die die Versorgung gefährden.
Kontakt:
Prof. Dr. Henrik Michaely, Vorstand BDR, Vorstand Politik und Strategie der RG20
Michaely@rg20.org
Prof. Dr. Herrmann Helmberger, Präsident des BDR
Helmberger@radiologenverband.de
Hintergrund
Die Kommission beziffert die bestehende Finanzlücke der GKV auf über 15 Milliarden Euro im Jahr 2027, die sukzessive auf über 40 Milliarden Euro im Jahr 2030 ansteigt. Zur kurzfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen hat die Kommission 66 Empfehlungen über alle Bereiche der GKV formuliert.
Sie finden den Vorschlag in einer Land- und Kurzversion auf der Seite des BMG
LINK zum BMG