Delegiertenversammlung 2026: BDR 2.0 wird real
Dienstag, 17. Februar 2026
Info 03-26

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

aktuell sind Begriffe wie „Herausforderungen“, „Zeitenwende“ oder „Zukunftssicherung“ in aller Munde. Auch wenn jede Zeitepoche, unabhängig von ihrer Länge, immer hauptsächlich von den Problemstellungen und ihren vermeintlichen Lösungen geprägt war, hat man dennoch den Eindruck, dass es aktuell in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens besonders knirscht. Geopolitisch, bundes- und landesspezifisch und natürlich auch sozial- und gesundheitspolitisch. Alle aktuell diskutierten Reformvorschläge innerhalb und außerhalb des Gesundheitssektors drehen sich primär um die Finanzierbarkeit. Solange genügend Mittel verfügbar sind, besteht wenig Grund wesentliche Eckpfeiler zu korrigieren. Ist dies nicht mehr der Fall müssen Einnahmen und Ausgaben auf den Prüfstand. Genau das erleben wir gerade in der bundesdeutschen Gesundheitspolitik. Kein Tag, an dem nicht neue Ideen geboren werden, welche Finanzbereiche der Bevölkerung noch für die Stabilisierung der Gesundheitskosten herangezogen werden könnten. Und eine Vielzahl überfälliger Reformvorhaben zur Reduzierung der Ausgaben, sei es die Krankenhausreform oder die zunehmend Fahrt aufnehmende Diskussion über die richtige primärärztliche Versorgung.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch der BDR, im übrigen ebenso wie andere Berufsverbände und Fachgesellschaften. All unsere standespolitischen Vertretungen haben mit einer Veränderung des beruflichen Umfeldes der tatsächlichen, aber auch der potentiellen Mitglieder zu kämpfen. Mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben fallen primär mehr Mitglieder weg als potentiell nachkommen könnten. Zudem hat sich vor allem in der Radiologie die berufliche Organisation hin zu großen Praxisverbünden und MVZ mit vielen angestellten Kolleginnen und Kollegen weg von der lange Jahre vorherrschenden Gemeinschaftspraxis komplett verändert. Darauf müssen auch wir im BDR reagieren, wollen wir weiterhin alle Radiologinnen und Radiologen in Deutschland politisch vertreten. Die strategische Partnerschaft mit der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) war hierzu der erste Schritt, jetzt folgen die entscheidenden Veränderungen auch innerhalb der Strukturen des BDR.

Wie bereits wiederholt mitgeteilt wird die Delegiertenversammlung des BDR 2026 über eine neue Mitglieder- und Beitragsstruktur entscheiden. So wird es künftig Praxisverbünden und MVZs, aber auch der Zweier bzw. Dreier-BAG möglich sein als juristische Person mit all ihren ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dem Verband beizutreten. Der Beitrag richtet sich dabei nach der Zahl der vertragsärztlichen Versorgungsaufträge, Mitglied werden alle selbständigen und angestellten Ärztinnen und Ärzte der Organisationsstruktur. Das hat mehrere Vorteile: der Verband steigert seine Mitgliederzahl und damit den Organisationsgrad der Radiologie deutlich. Für die Praxisverbünde wird durch die Beitragsreform der Einzelbeitrag in der Regel um gut 50% geringer. Beides ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung des BDR. Die für die Reform nötigen Satzungsänderungen werden ebenso wie die Beitragsreform in der Delegiertenversammlung diskutiert und abgestimmt. Damit hierfür auch genug Diskussionsraum bleibt, wird in diesem Jahr der traditionelle Bericht des Präsidenten und des Vorstandes vorab schriftlich erstellt und in einem Jahresbericht zur Verfügung gestellt. Er wird allen Delegierten vorab zugesandt und mit dem nächsten Newsletter auch für alle Mitglieder digital zur Verfügung stehen.

An dieser Stelle darf ich allen vorab danken, die mit ihrer Arbeit in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, dass wir 2026 die größte Reform des BDR in seiner jungen Geschichte verabschieden können: dem Vorstand, den Geschäftsstellen, allen, die sich in die Diskussion eingebracht haben, aber auch dem Forum Junge Radiologie, allen Kolleginnen und Kollegen und den Praxisverbünden, die bereits vorab ihre Bereitschaft erklärt haben nach den neuen Konditionen ihre Mitgliedschaft im BDR auszubauen. 

Helfen Sie mit, dass BDR 2.0 ein Erfolg wird und wir auch weiterhin die Belange der Deutschen Radiologie mit Kraft und Rückhalt vertreten können. Wir freuen uns auf den Neubeginn in Berlin!
 

Ihr
Prof. Dr. Hermann Helmberger           
Präsident